Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude Jens Lehmann, Freier Architekt Stuttgart: Revitalisierung Fabrikgebäude
BG49 1_12

BG49

Das ehemalige Gewerbehaus befindet sich in Stuttgart-Mitte im Innenhof eines gründerzeitlich bebauten Wohngebiets. Es wurde im Jahr 1910 als eines der ersten Gebäude in Stahlbetonskelettbauweise mit Massivdecken und Unterzügen errichtet und bis zu Beginn der Kernsanierung nicht nennenswert verändert. Das Konzept der Umnutzung der ca. 1300 m² Gewerbefläche zu Loftwohnungen ging im Wesentlichen von drei Grundüberlegungen aus:

Äußeres Erscheinungsbild

Die Textur der weiß gestrichenen Backsteinwände in Verbindung mit den kleinteilig gegliederten Atelierfenstern wurde erneuert, aber als charakteristisch für das Gebäude beibehalten. Notwendige Wärmedämmmaßnahmen wurden mit neuen Holzfenstern mit schmalen Profilen, sowie einer innenseitigen Kalzium-Silikat-Wärmedämmung ausgeführt. Hierdurch wurde ein Wärmeschutz nach ENEV – Neubaustandard realisiert, ohne die Fassadentextur zu verändern.

Der Wunsch nach Wohnraum im Freien wurde ohne vorgestellte Balkonanlage, über Falt-Schiebelemente und innen liegende Loggien, realisiert. Dazu wurden in jeder Wohnung zwei Fensterelemente durch Aufbrechen der Fassade zusammengelegt und so große Fassadenöffnungen mit französischen Balkonen vor den Wohnräumen ermöglicht.

Die beiden im Tiefparterre liegenden Wohnungen erhielten durch Abgraben des Geländes Terrassen und kleine Gartenbereiche, sowie als besonderes Element Innenhöfe zur Belichtung verschiedener Wohnungsteile.

Innenraumkonzept

Die vier Ebenen mit je 250 m² wurden um 2 Dachterrassen von je 125 m² ergänzt. Die Ebenen waren zuerst nur durch Stahlbetonstützen, Treppenhaus und Aufzug gegliedert. Es wurden zwei offene, flexible Wohnraumkonzepte pro Geschoss angeboten, beide mit je zwei Badezimmerkernen und je mindestens einem, geschlossenen Schlafbereich. Die Wohn-/Küchen-/Essbereiche mit Größen von 60 – 80 m² lassen nach wie vor den Industriecharakter des Gebäudes wahrnehmen. Durchlaufende Unterzüge und Stahlbetonstützen gliedern den Raum.

Gespachtelte Betonestriche als Bodenbeläge auf Fußbodenheizung sowie weiß gespachtelte Wände und Decken verstärken den Eindruck eines Gewerbegebäudes. Die Badezimmerbereiche sind reduziert in der Gestaltung und beziehen Besonderheiten des Gebäudes wie den stillgelegten Aufzugturm mit ein. Teilbereiche sind großformatig gefliest, große Spiegelflächen und bodengleich geflieste Duschen sowie hochwertige Sanitärausstattung mit Einbaumöbeln ergänzen die Bäder.

Zur Realisierung der Dachterrassen wurde zur Deckenverstärkung ein Stahlbetonträgerrost auf die bestehende Decke betoniert. Darüber wurde auf der Hälfte der Fläche ein Holzbalkenrost mit Holzdielen belegt. Die verbleibende Fläche wurde extensiv begrünt. Die Dachterrassen werden von den beiden Wohnungen im 3. Obergeschoss direkt aus den Wohnräumen, über eingestellte Stahltreppen, erschlossen. Dazu wurden auf den Dachterrassen vierseitig verglaste Pavillons gestellt, die die Wohnräume zusätzlich mit Oberlicht versorgen.

Technische Ausstattung

Ver- und Entsorgungsleitungen wurden bis zum Straßenkanal neu angeschlossen. Das Gebäude wird über eine zentrale Gas-Brennwerttherme mit Warmwasserspeicher beheizt. Die einzelnen Wohnungen können sowohl über Niedrigtemperatur – Fußbodenheizung als auch über Einzelheizkörper, bzw. Handtuchheizkörper im Bad beheizt werden.

Durch die innenseitig an der Fassade aufgebrachte Kalzium-Silikat-Innendämmung, die Dämmung des Flachdachs, die Kellerdeckendämmung, sowie den Einbau von neuen Holzfenstern mit Ugl-Wert: 1.0 wurde ein entsprechender Wärmeschutz erreicht.

Projekt

Revitalisierung Fabrikgebäude von 1910

Ort

Stuttgart

Umfang

alle Leistungsphasen Entwurf – Bauleitung

Wohnfläche

1070 m²

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